Der Mops

Der Mops ist eine von der FCI anerkannte englische Hunderasse (FCI-Gruppe 9, Sektion 11, Standard Nr. 253).

Standard

Größe: Schulterhöhe bis 32 cm
Gewicht: 8,5 kg im Idealfall, 10 kg in der Praxis
Körper: Gerader, breiter nicht zu langer Rücken, tiefer kräftiger Brustkorb
Fell: Kurz, glatt und glänzend
Farbe: Alle Beigetöne, Silbergrau mit schwarzen Ohren und Maske. Nägel und Aalstrich über den Rücken: Schwarz
Kopf: Schwer und rund, kein Apfelkopf; kurze, stumpfe, quadratische , schwarze Schnauze; tiefe Stirnfalten in dünklerer Farbschattierung; Gesamteindruck im Profil: Eine geballte Faust.
Ohren: Schwarz, dünn, relativ klein, nach vorne fallend; Knopf oder Rosenohr erlaubt.
Augen: Dunkel, kreisrund, etwas hervorstehend.
Rute: Posthornringel-Rute, doppelt geringelt und schmal endend ist top.
Hals: Kurz, genug lose Haut, die Wamme bilden muss.
Läufe: Relativ kurz, kräftig, gut unter den Körper gestellt, Katzenpfoten, schwarze Nägel

Geschichte

Schon im Jahrtausend vor Christus züchtete man in China mopsähnliche, kurzschnauzige, kleine bullige Hunde.

Man nannte sie „Fu“, „Lo-chiang-Sze“, „Lo Chaing“ oder „Pia-Hund“.

Hundezucht galt am Kaiserhof als beliebter Sport, betrieben vor allem von Eunuchen und Hofbeamten.

Ursprünglich wurden die Möpse auch zur Jagd verwendet (hochbeiniger als heute) und sollen der Überlieferung nach auch bei den Reiterheeren des Dschingis Khan dabei gewesen sein.

Aus all den Legenden über seine Ansiedlung nach Europa lässt sich an Hand einer Zeichnung von Pisanello das Jahr 1425 mit Sicherheit als Anhaltspunkt angeben.

Mit den Schiffen der East Indian Company oder über die Seidenstraße führte sein Weg in den Westen.

Als exotische Rarität kamen die ersten Möpse als Gastgeschenke an den Zarenhof und in das Niederländische Königshaus.

Für die Oranier wurde er wegen seiner Farbe (Oraniergelb, unterstützt noch durch orangene Schleifen) zum Maskottchen.

Außerdem soll Mops „Pompey“ Prinz Willem von Oranje (1533- 1584) das Leben durch lautes Bellen vor einem Mordanschlag gerettet haben.

Auch im italienischen Volkstheater des 16.Jh. ist der Mops präsent.

In der „Comedia dellárte” war er Begleiter des “Arlechino”.

Mit einem Miniatur-Harlekinkostüm und Glöckchen um den Hals machte er seine Kunststücke.

Sein Gesicht weist ihm ja durch die dunkle Maske und die beiden schwarzen Schönheitspunkte auf beiden Wangen schon von Natur aus eine Komödiantenrolle zu.

In Italien heißt der Mops seit dieser Zeit nach einem berühmten Arlecchino „Carlino“, in Frankreich „Carlin“.

Das 17. Jh. brachte durch die China-Mode einen regelrechten Mopsboom in Europas Adelshäuser.

Sogar ein Mopsorden wurde 1738 gegründet, als Papst Clemens XII, per Dekret die Freimaurerei durch Exkommunikation verbat.

Der Mops wurde durch seine positiven Eigenschaften zum Symbol dieses Ordens., die Angehörigen der einzelnen Logen hießen „Möpse“.

Im Biedermeier ging es mit dem Image der Rasse rapide bergab.

Überfüttert, ohne Bewegung musste er auf Diwanpölstern ältlicher Jungfrauen dahindösen und wurde zur Karikatur seiner Selbst.

Möpse wurden immer seltener.

Die Neubelebung ging von England aus.

Zwei wesentliche Linien wurden Ende des 19. Jh. aufgebaut.

Mit viel züchterischen Geschick wurde die Rasse in Wesen und Erscheinung dem chinesischen Ursprung gemäß neu geboren.

Die „Willoughby-Linie“ mit zwei russischen Möpsen - leider hochbeinig und überpigmentiert, aber mit guter Faltenbildung und Aalstrich und die „Morrison-Linie“ mit einem chinesischen Pärchen, - warmgelbe Farbe, massiver Körperbau, vile Falten.

Auch der Marquis of Wellesley brachte ein Paar direkt aus China, nachdem britische Truppen 1860 den Kaiserlichen Palast erobert hatten.

Zwei schwarze Möpse importierte die weltreisende Lady Brassey 1877 auf ihrer Jacht aus China, um mit ihnen eine Zucht zu gründen.

Immer wieder fielen auch in Europa schwarze Möpse, doch wurden sie bis zu diesem Zeitpunkt meist aus den Würfen eliminiert.

Beschreibung

Der Mops hat glattes, kurzes und weich-glänzendes Haar in den Farben einfarbig schwarz, silbergrau, verschiedene Nuancen beige (von weißgelb bis gelbbraun), Grundfarbe in deutlichem Kontrast zu Abzeichen.

Die Abzeichen am Kopf, die Maske, Stirnflecke und Muttermale an den Backen sind deutlich abgegrenzt und so schwarz wie möglich.

Die kleinen Ohren fallen nach vorne und bilden ein sogenanntes Knopfohr, aber auch Rosenohren sind erlaubt.

Im Rassestandard der FCI ist ein Idealgewicht von 6,3 bis 8,1 kg festgelegt.

Wesen

Dieser robuste, kompakte Hund ist ein angenehmer Begleithund.

Die FCI beschreibt das Wesen so: Viel Charme, Würde und Intelligenz. Ausgeglichen, fröhlich und lebhaft.

Da er zu Übergewicht neigt, ist eine ausgewogene Ernährung ausgesprochen wichtig.

Der Mops ist sehr mutig und unterschätzt oft Gefahrensituationen, z.B. auch mit anderen Hunden, da er ihm entgegengebrachte Aggressionen oft nicht richtig deuten kann.

Da er sehr unaggressiv ist, kann er gut mit anderen Haustieren gehalten werden.

Gesundheit

Der Mops ist eine brachycephal Rasse, das heißt, er hat einen rundlichen Kopf und eine kurze Schnauze mit leicht hervorstehenden Augen.

Deshalb kommt es oft zu schwerwiegenden Problemen mit der Atmung, Verletzungen der Cornea durch ständige Reizung mit Haaren der Nasenfalte können ebenfalls vorkommen.

Die „Pug-Dog-Enzephalitis“ ist eine rassespezifische entzündliche Erkrankung des Zentralen Nervensystems, die insbesondere beim Mops in etwa 1 % der Fälle vorkommt.

Züchterische Übertreibungen und Extremzucht können insbesondere beim Mops zu zahlreichen weiteren gesundheitlichen Problemen bis hin zu Erscheinungen von Qualzuchten führen.

In diesen Fällen stimmt oft die Relation der Größe der Muttertiere zu denen der Welpen nicht mehr.

Die Welpen sind dann zu groß für die zu kleinwüchsigen Muttertiere.

Es gibt Gebärschwierigkeiten, wie z.B. auch bei anderen brachycephalen Rassen wie der Französischen Bulldogge.

Durch den zu kurzen Fang sind die Hündinnen manchmal nicht in der Lage, ihre Welpen abzunabeln.

Fehlbildungen der Rute und damit vergesellschaftete Probleme der Wirbelsäule können ebenfalls auftreten.

Seit einigen Jahren befasst sich eine Gruppe von Züchtern damit, dem Mops wieder ein gesundes Erscheinungsbild zu verleihen.

Der Fang wird verlängert, die Gestalt des Mopses ist etwas schmaler und die Augen tiefer eingebettet.

Die Bemühungen werden mit freiatmenden Möpsen und Mopsmüttern, die ihre Welpen selbst abnabeln, belohnt.

www.mops.at